1. SC Roden 1910 e.V

Rückpass...

Impressionen der Mannschaftsfahrt 2009

Freunde des Leders,

wisst ihr was ein -Schuhbesen- ist? Nein? Seht ihr, wir auch nicht. Die nachfolgenden Zeilen möchten euch jedoch eine Erklärung dafür anbieten, wie es zu solchen Wortneuschöpfungen kommen kann. Wir möchten euch einen Einblick gewähren im Hinblick darauf welche Mengen, welches betörenden Stoffes ein menschliches Wesen zu sich nehmen muss um so be- (äh) -kreativ- zu werden.

Zur diesjährigen Mannschaftsfahrt versammelten sich im Zeitraum vom 29.5-31.5 insgesamt 21 Amateurfußballer an -der längsten Theke der Welt-, also in Düsseldorf.

1.Tag
Die Organisation und die Wahl der Treffpunkts übernahm in diesem Jahr dankenswerter Weise der Sportskamerad Geimer, da er am Freitagmorgen im elterlichen Garten ein Frühstück organisierte, das im Hinblick auf Auswahl und Güte kaum Wünsche offen ließ.
Roden 8:30 das Brötchen schmeckt



Rodener Dreigestirn Graf, Bulle und Müller



Gestärkt mit Nutella-, Fleischkäs, und Grauwurstbroten, sowie heißem Kaffee konnte alsbald der Gang zum Bahnhof angetreten werden. Ursprünglich war geplant die Marschstrecke durch einige Besuche in diversen Lokalitäten unseres Heimatortes angenehmer zu gestalten. Dieser Plan wurde jedoch durch die komischen Öffnungszeiten (ist 9.30 zu früh?) der ansässigen Gastronomiebetriebe durchkreuzt. So blieb uns nichts weiter übrig, als mit unseren teilweise wahnwitzigen Gepäckgegenständen

Müller Frank mit seinem Pilgergepäck




die Gaststätte -Lebe Recht- am Bahnhof anzusteuern. Hier fand man, nicht unbedingt überraschend, Gleichgesinnte, die Zerstreuung suchten bzw. bereits gefunden hatten (Prost!).
Freude bei DC, Graf und Götzke



Am Bahnhof trafen wir eine kleinere Abordnung des SV Gerlfangen-Fürweiler unter Führung des Spielertrainers Eric Görg, die Köln als Reiseziel im Rucksack hatten.
Die Hinfahrt im Zug ist im Prinzip recht schnell erzählt, da alles Erwähnenswerte der freiwilligen Selbstkontrolle unterliegt. Man versucht halt die 4,5 Stunden in Zügen mit dem Konsum diverser Biere, dem Erzählen von dreckigen Witzen oder Rückblicken auf Vergangenes zu überbrücken. Sehr zum Leidwesen der übrigen Reisenden!



Prost Mahlzeit


(Wie Mutter und Tochter!)
Jedenfalls kamen wir mehr oder weniger wohlbehalten in Düsseldorf an. Nun konnte man bei einigen Sportskameraden erste deutliche -Veränderungen- an Gesichtsausdruck und Kommunikationsfähigkeit erkennen. Es entstanden Geräusche, Signale und Töne, die der Schreiber unmöglich mit der -Feder- wiedergeben kann. Vergleichen kann man sie maximal mit dem Brunftschrei eines sehr, sehr einsamen Hirsches auf der Suche nach einem weiblichen Gegenstück. Von nun an sollte uns dieses -Geröhre- durch Düsseldorf begleiten, was letztlich dazu führte die Mannschaftsfahrt unter das Motto zu stellen -Männer sind primitiv-!
Nach einem kurzen Abstecher im Hotel (vielen Dank an Jenny Görgen für die all inclusiv Reservierungen) ging es dann ab auf die Piste!


Selbstverständlich ließen wir es uns nicht nehmen ein Mannschaftsfoto auf der berühmten -Kö- zu schießen.
v.l. Hesse, der kleine Lord, Kiefer, Hech-äh Heck, Simon, DC, (G)ötzke,
Tarillon, Gubbel, Fisch, Capitano, Capitano 2, Letzter Mann, S(t)auf,
-Jo-Jo- the incredible Hulk und Schröder.
Es fehlt: Nr. 2, weil einer muss ja knipsen! Maik -Dancing Queen-
Bastian, weil einer muss ja noch schaffen, Beckenbauer und
Netzer (Ausgangssperre)




Für kleine Jungs vom Lande ist Düsseldorf doch schon recht imposant. Die Altstadt ist so groß, da kann man sich auch verlaufen, wenn man nicht besoffen ist!
Die erste Bar in der wir strandeten, war relativ leer, was wohl unter anderem auch dem Transvestiten zu verdanken war, der sich an der hauseigenen Karaokemaschine verausgabte. Spätestens ab dem Zeitpunkt hätte man sich Gedanken machen müssen über Güte und Qualität des Wirtshauses, als wir 20 Bier bestellten und die Bedienung 12 Biergläser aus einer Nachbarkneipe borgen musste. Wohlgemerkt wir befinden uns an einem Freitagabend in der Düsseldorfer Altstadt und nicht im Dorfkrug in Birringen-Oberesch! Das erste Bier bzw. bierähnliche Gebräu, das wir erhielten schmeckte ein wenig wie altes abgestandenes Bier, gemischt mit alter abgestandener Limonade (wer zum Teufel hat denn wieder Radler bestellt?). Im Hinblick auf die Überfüllung sämtlicher anderer Kneipen, blieb man an Ort und Stelle und gab den Mädels noch eine Chance. Das zweite Bier schmeckte dann besser und machte Hoffnung auf mehr (Geschmack). Die Kneipe wurde letztlich die -unsere-, als die Sportskameraden Müller und Graf trotz völliger musikalischer Talentfreiheit (natürlich) den Peter Maffay Welterfolg -Du- interpretierten. Nun wurden die Massen, die wohl auf der Suche nach dem größtmöglichen Elend waren angezogen, wie die Motten vom Licht und der Transvestit war traurig, weil er nicht mehr
singen durfte. Derweil betraten drei namenhafte Nachwuchsmusiker die Bühne. Die nicht so stillen Sportfreunde Geimer, Lutz und Finé performten den Foringer-Song -I will now what love is-. Die Darbietung bestach eher durch die rhythmischen Bewegungen des Frontmanns Finé, der in bewährter -Gangster-Rap-Hip-Hop-Bushido-Sido-Manier- das Mikro führte und so den Saal -zum Kochen- brachte.
Als wir den Laden verließen, war nicht nur dieser ziemlich voll!
Teile von uns versammelten sich anschließend in einem -niedlichen Bistro am Montmartre-, äh nein, in der Gaststätte -Louisiana-, welche ein ähnliches Ambiente bietet, wie das -Big Easy- in Saarlouis, nur doppelt so teuer ist.
So wurden aus meinen drei Cocktails, die ich organisieren wollte, sehr schnell drei Heinecken für immerhin auch noch 3,20- die Flasche. Dennoch, so meine Meinung, immer noch eine bessere Investition, als die des Sportskameraden Stauf, der für einen Jägermeister normale Größe 3,20- berappen musste, leider hatte er drei bestellt!



Ab hier wird die Erinnerung nun ein wenig nebulös und düster, auch der Fotoapparat gibt nun nur noch sehr unscharf Aufschluss über die Aktivitäten Einzelner, geschweige der ganzen Gruppe! Gerüchten zufolge sind wir im Zeitraum von 3:00 - 5:30 Uhr ins Hotel mit dem treffenden Namen -KO- (liest sich zwar -Koh-, könnte aber auch sicherlich als -K.O- interpretiert werden.) zurückgekehrt. Das letzte was ich hörte vor dem Einschlafen und das erste was ich hörte nach dem Aufwachen war dieses wunderschöne -Bölken- des Sportskameraden Egner, danke Romano!

2.Tag
Der zweite Tag begann im Allgemeinen:
1. zu früh
2. zu hell
3. mit zu viel Kopfweh!

Deshalb verständigte man sich schnell darauf erst gegen Mittag zum Rhein zu gehen und weiter zu trinken. Die -Strandpromenade- war bei bestem Wetter der ideale Ort den verdammten Kater zu ersäufen.

Nachdem wir uns eine Taktik für den Resttag zusammengehämmert hatten (weiter trinken, was essen, noch was zwitschern, dann ins Brauhaus zum Essen und Trinken, um anschließend mal einen richtigen zu trinken) hielten wir uns auch strikt daran. Unseres Erachtens, die erste Taktik, die in dieser Saison über die komplette -Spielzeit- aufging.
Also ließen wir es in Anbetracht des großen Programms locker angehen und gingen auf Spurensuche der letzten Nacht. Völlig überraschend hatten viele Kneipen auch tagsüber, bei hellem Licht geöffnet, so dass wir uns dann in unserer -Stammkneipe- Louisiana niederließen um was Kleines zu speisen (und zu trinken).





Die Tischgespräche waren im Allgemeinen eher der Situation und dem geistigen Zustand der Gesprächspartner angemessen. Folglich debattierten wir im weitesten Sinne über Fußball und andere -Nebensächlichkeiten-. Als dann auch die Gesamtsituation des SC Roden analysiert wurde schoss der Sportsfreund Görgen jedoch den Vogel ab. In seiner unnachahmlichen Weise wollte er uns -Jungspunden- erklären wie wichtig Zusammenhalt und Mannschaftsgeist für eine gesunde Vereinskultur sind. Er gebrauchte dabei, um seinen bedeutungsschwangeren Sätzen mehr Eleganz zu verleihen, folgendes Bildnis: -Männer wir müssen jetzt alle an einem Boot ziehen.- Ein sichtlich gezeichneter Frank Müller lugte nach einer kurzen Phase der Stille unter seiner tief ins Gesicht gezogenen Mütze hervor und legte nach : -Genau, wir sitzen nämlich alle auch auf dem gleichen Strang.-

Noch Fragen???

Den Abend läuteten wir im -Füchschen- ein, einem ortsansässigen Brauhaus. Kurz nachdem wir unsere reservierten Plätze (danke Jenni) eingenommen hatten, trat der Kellner an den Tisch und machte in seiner rheinischen Art deutlich, wie er sich den weiteren Verlauf des Abends vorstellte (ich versuch das mal phonetisch wiederzugeben): - Na hörde ma zu Jungens! Ich mache hier keene Radler oder Cola-Bier. Hier gib et nur unser Alt! Wat darf ich euch denn bringen?-
Wir bestellten 20 Alt !
Nach dem Essen wechselten wir die Location und zogen singend in unsere -Stammkneipe- ein. Es liefen gerade die letzten fünf Minuten des Pokalendspiels, das Licht war an, die Leute saßen an den Tischen und aßen, es lief keine Musik, denn es wurde der Kommentar des Spiels übertragen. Etwa 15 Sekunden nach dem der Schiedsrichter das Spiel abgepfiffen hatte und der zaghafte Jubel zweier verirrter Bremer verhallte, wurde das Licht gelöscht, der Fernseher abgestellt, das Essen weggeräumt und die Musik aufgelegt.
Kurz danach rief eine Stimme aus der Dunkelheit den fatalen Satz: - 1,2,3 Oberkörper frei-, was insbesondere dazu führte, dass unsere -Jugendabteilung- barbusig umhertanzte.
Zensiert




Angeregt und angezogen von so viel Trubel und Alkohol fanden sich, sehr zur Freude des Sportskameraden Götzke, mehr und mehr junge Damen am Tisch ein, die versuchten den einen oder anderen Schluck quasi für -Lau- zu erhalten. Hier musste jedoch der Kassenwart energisch intervenieren und gab dem -jungen Gemüse- diskret, freundlich aber bestimmt zu verstehen, dass ein weiterer Zug am Strohhalm des Mannschaftscocktails unweigerlich die Zahlung von - 10 in die Mannschaftskasse zur Folge hätte, woraufhin sich die Mädels noch dünner machten, als sie ohnehin schon waren.
Zu allem Überfluss hatte der Sportfreund Graf um 24.00 Uhr Geburtstag und bestellte aus diesem Anlass und um sich unsere Freundschaft für noch mindestens eine Nacht zu sichern eine 1 ½ Kiste Heinecken. Wie man sich hier schon denken kann haben spezielle Wünsche in der Regel den Nachteil spezieller Preise. Die Quittung kam mehr oder weniger sofort. Wer es nicht lesen kann - 112 waren fällig. Freundschaft ist teuer!



Ansonsten verlief der Samstagabend ähnlich wie der Freitagabend. Die Bilder beweisen es!



Die letzten von uns gingen erneut gegen 5.30 im Hotel ein und versuchten sich auch vom Rest des Hotels durch die alkoholisierte Interpretation des -Evergreens- Rodener Jungs zu verabschieden. Die Betonung liegt auf -versuchten-.

3.Tag
Der nächste Morgen war mal wieder
1. zu früh
2. zu hell
3. zu laut
4. zu schlecht
Während beim Frühstück die Geschehnisse der Nacht rekonstruiert wurden und Vorbereitungen zur Abfahrt getroffen wurden entpuppte sich dann auch der Begriff -Schubesen- als Folge alkoholbedingter Umnachtung. Im Prinzip ist die Entstehung recht profan. Der Sportskamerad Finé wusste sichtlich verzögert vom vergangenen Abend zu berichten. Er setzte uns dahingehend ins Bild, dass der Sportsfreund Götzke seine helle Freude daran hatte, die Mitmenschen in seinem engsten Umkreis mit einem gewaltigen (um das Gewaltig zu verdeutlichen fuchtelte Lukas völlig unrhythmisch mit den Armen in der Luft umher) -Schuhbesen- (gemeint war ein hoteleigener Schuhlöffel, der zweckentfremdet wurde) zu verdreschen.
Alle Personen im Frühstücksraum lachten, selbstverständlich auch die, die nicht zu uns gehörten, wie der ältere Tourist (IT-Branche) und die koreanische Hauswirtschafterin, die gerade den Kaffee aufschüttete. Man lachte zum einen über die Geschichte selbst, über die erfundenen Wörter und über die Darbietung, für alle drei Teile bekam er eine 10.0, leichte Abzüge in der B-Note waren unvermeidlich, weil er leicht wackelig auf den Beinen war.
Die Rückfahrt mit dem Zug ist schnell erzählt Düsseldorf-Koblenz-Saarlouis! Alle sind kaputt, durchzecht und aufgebläht - kein Geschenk für Mitreisende oder Schaffner-
Wir beendeten unsere Mannschaftsfahrt an unserem Stand auf den Rodener-Tagen.
Nächstes Jahr geht-s wieder los. Zur Auswahl stehen Bad Heilbrunn, St. Peter Ording oder in den Harz.